Begegnungsgärten: jede/r bringt eigene Fähigkeiten ein
Begegnungsgärten: jede/r bringt eigene Fähigkeiten ein
Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen kommen zusammen
Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen kommen zusammen

Gärten als Orte der Begegnung

09.01.2017, Michaela Habetseder, Salzburger Bildungswerk
Begegnungsgärten bringen in Tirol Menschen aus verschiedenen Nationen zusammen. Ein Fortbildungslehrgang des Tiroler Bildungsforums liefert dafür wertvolles Rüstzeug.
Gemeinschaftsgärten sind Orte der Begegnung und des Austausches. Hier treffen Menschen mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen und unterschiedlichen Alters aufeinander. Sie gestalten im gemeinschaftlichen Prozess ihren Garten. In diesen Gestaltungsprozess fließen die unterschiedlichen Vorstellungen und Bedürfnisse aller Beteiligten mit ein.

 

Gemeinschaftsgärten und ihre Potenziale

 

Durch den gemeinsamen Raum entstehen Orte der aktiven Integration. Die GemeinschaftsgärtnerInnen tauschen sich beim gemeinsamen Tun zu verschiedenen Themen aus. So wird im Garten gärtnerisches, ökologisches, soziales, interkulturelles und globales Wissen gesammelt. In der Begegnung können Berührungsängste abgebaut und Vorurteile entkräftet werden und es entstehen neue Verknüpfungen des Miteinanders.

 

Im Garten werden Menschen dazu aufgefordert, sich aktiv zu betätigen. Jede/r soll und kann sich mit seinen Fähigkeiten und Wissen einbringen. Dadurch werden die eigenen Ressourcen gestärkt und neue Kompetenzen und Handlungsspielräume gewonnen. Gemeinschaftsgärten sind Orte, an denen Überfluss herrscht: Brachen entwickeln sich zu blühenden Oasen im urbanen Raum, Menschen, die Armut und Mangel erfahren haben, können hier heilen,...

 

Lehrgang unterstützt beim Aufbau und bei der Begleitung

 

"Es ist wichtig, jene Ehrenamtlichen, die solche Begegnungsprojekte initiieren, durch die Vermittlung wesentlicher Inhalte und Methoden, die für den Aufbau und die Begleitung von Begegnungsgärten hilfreich sind, zu unterstützen", ist Thomas Garber vom Tiroler Bildungsforum überzeugt. Der Lehrgang "Begegnungsgärten" soll dabei helfen. Dafür wurden vier Module ausgearbeitet: Fluchterfahrung und Garten, Flucht - erzwungene Migration und deren Auswirkungen, Kommunikation und Netzwerken sowie Interkulturelle Begegnungsgärten gemeinsam planen und beleben.

 

"In einem interkulturellen Gemeinschaftsgarten ist die Einbindung von Flüchtlingen eine besondere Herausforderung", weiß Thomas Garber. In Modul 1 und 2 wird daher Basiswissen zu Flucht und Asyl sowie Flucht und Trauma vermittelt. Dabei wird die Lebensrealität von Flüchtlingen in Österreich aufgezeigt. Im Lehrgang werden die Bedürfnisse der Flüchtlinge und mögliche Strategien zur Krisenbewältigung gemeinsam herausgearbeitet. Damit wird klar, was man Flüchtlingen im Gemeinschaftsgarten bieten kann. Außerdem wird ein Verständnis dafür geliefert, was die Beteiligung von AsylwerberInnen im Gemeinschaftsgarten einschränkt und welche Faktoren den Schritt in den Garten fördern.

 

In Begegnungsgärten treffen Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Vorstellungen aufeinander. Es ist eine Herausforderung, all diese zu hören und in einem Projekt zu bündeln. Im Modul 3 "Kommunikation und Netzwerken" wird darauf eingegangen. Es werden Regeln und Methoden, die eine partizipative Kommunikation im Gemeinschaftsgarten unterstützen, aufgezeigt. Außerdem wird nähergebracht, was man unter durchdachter Öffentlichkeitsarbeit versteht. Zusammen wird erarbeitet, welche Netzwerk- und Bündnispartner man sich zur Unterstützung im Aufbau des Begegnungsgartens hereinholen kann.

 

Im Modul 4 "Interkulturelle Begegnungsgärten gemeinsam planen und beleben" werden Möglichkeiten und Herausforderungen des gemeinsamen Planens und der Gestaltung des Miteinanders im interkulturellen Gemeinschaftsgarten aufgezeigt. Als Hilfestellung für die zukünftigen Projektpartner werden die wesentlichen Schritte und Methoden für Planung und Umsetzung des Gartenprojektes vorgestellt.

 

Der Lehrgang wird im Zeitraum 2016/17 insgesamt dreimal durchgeführt und finanziell durch das Land Tirol, Abteilung Juff, Fachbereich Integration, unterstützt.

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